Kaum eine Region des Atlantiks ist so eng mit Schiffsunglücken verbunden wie die Gewässer rund um die Bermudas. Wetterextreme, Riffe, Strömungen und Navigationsfehler machten das Seegebiet über Jahrhunderte zu einem natürlichen Prüfstand der Seefahrt.
Visualisierung historischer Wracks im Seegebiet vor den Bermudas – eine der dichtesten Wrackregionen des Atlantiks.
Die dokumentierten Havarien reichen vom frühen 17. Jahrhundert bis in die Zeit der großen Passagierschiffe und der Weltkriege. Einige Wracks sind heute wichtige Referenzfälle für die maritime Archäologie, Ozeanografie und Navigationsgeschichte.
Für die Schifffahrt bedeutete die Passage der Bermudas stets ein erhöhtes Risiko: Strömungsversatz, unberechenbare Wetterwechsel und ein dichter Gürtel aus Korallenriffen machten das Seegebiet zu einem komplexen Navigationsraum – lange bevor präzise Positionsbestimmung möglich war.
Schiffswracks rund um die Bermudas Die dokumentierten Havarien zeigen die ganze Bandbreite maritimer Risiken – von Stürmen über Riffe bis hin zu Navigationsfehlern und bis heute ungeklärten Umständen.
Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Ursachen gewesen sein können – und warum sich die Bermudas in der Forschung bis heute als Laboratorium für maritime Risiken und Sicherheitskonzepte eignen.
Mini-Rätsel: Was brachte diese Schiffe zum Sinken?
Ordnen Sie den drei typisierten Fallbeschreibungen die wahrscheinlichste Hauptursache zu. Jede Ursache wird genau einmal verwendet.
Fall A
Nach mehreren Tagen schweren Wetters gerät ein Handelsschiff aus dem Kurs. Die Sicht ist schlecht, die Besatzung übermüdet – kurz darauf bricht der Hauptmast, und das Schiff treibt manövrierunfähig auf offener See.
Fall B
Ein Schiff folgt der Küstenlinie zu dicht, um Zeit zu sparen. In einer mondlosen Nacht läuft es bei scheinbar ruhiger See plötzlich auf Grund – wenige Seemeilen vor einem bekannten Riffgürtel.
Fall C
Der Chronometer geht leicht falsch, die Peilung wird zu spät korrigiert. Die Offiziere glauben, weit draußen auf See zu sein – tatsächlich liegt ein Riffgürtel nur wenige Kabellängen voraus.
Hinweis: Jede Ursache (Sturm, Riff, Navigationsfehler) wird einmal verwendet.
Eines der größten und luxuriösesten Kreuzfahrtschiffe seiner Zeit. Die Cristobal Colon lief an der Nordküste der Bermudas auf ein Riff, nachdem der Kapitän einen Offshore-Kommunikationsturm irrtümlich für den Gibbs-Hill-Leuchtturm hielt.
Die Warwick, Eigentum des Earl of Warwick und an die Virginia Company verchartert, sank im Castle Harbor während eines schweren Sturms. Quellen berichten von außergewöhnlich heftigen Windereignissen in dieser Nacht.
Schlüsselereignis
Sea Venture
Englisches Flaggschiff · 1609
Die Sea Venture gilt als eines der bedeutendsten Schiffsunglücke der frühen Kolonialgeschichte. 1609 geriet der Konvoi der London Company auf dem Weg nach Jamestown in einen massiven Hurrikan.
Als Flaggschiff schwer beschädigt und leckgeschlagen, setzte Kapitän Sir George Somers das Schiff bewusst auf die Riffe der Bermudas, um Besatzung und Passagiere zu retten – rund 150 Menschen überlebten. Der unfreiwillige Aufenthalt führte zur ersten dauerhaften Ansiedlung auf den Bermudas.
Die 1814 gebaute englische Brigg Caesar erlitt 1818 auf ihrer Reise von Shields nach Baltimore Schiffbruch, nachdem sie auf ein Riff im Einflussbereich der Bermudas auflief. Der Fall zeigt die Grenzen damaliger Navigationsmethoden in komplexen Riffzonen.
Die französische Fregatte L’Herminie gehörte zu einem Geschwader in mexikanischen Gewässern. Auf dem Rückweg von Havanna suchte sie nach schwerem Wetter Schutz im Seegebiet vor den Bermudas. Eine ungünstige Kombination aus Wind, Strömung und begrenzter Manövrierfähigkeit führte zum Verlust des Schiffs.
Waffentransporter & Lazarettschiff · 18./19. Jahrhundert
Die Lord Amherst, ein englischer Waffentransporter, wurde zeitweise als Lazarettschiff eingesetzt, um verwundete Soldaten aus dem Revolutionskrieg nach England zu bringen. Auf dem Weg von Jamaika nach London sank das Schiff; zeitgenössische Berichte nennen strukturelle Schäden und schwierige Wetterbedingungen als mögliche Ursachen.
Portugiesisches Handelsschiff · frühes 17. Jahrhundert
Die San Antonio war auf dem Weg nach Cádiz und transportierte über 5.000 Pfund Gold und Silber, als sie an den westlichen Riffen der Bermudas zerschellte. Berichte über die Überlebenden geben Einblick in die damalige Praxis des Wracktauchens und der Suche nach wertvoller Ladung.
Die Pollockshields, beladen mit Vorräten für den Ersten Weltkrieg, geriet auf dem Atlantik in einen schweren Hurrikan. Nach Abflauen des Sturms wurde das Schiff durch Strömungen in die Nähe der Riffzonen der Bermudas getrieben und lief dort auf. Der Fall wird in meteorologischen Studien historischer Stürme häufig zitiert.
Die Mary Celeste wurde 1872 verlassen zwischen den Azoren und Portugal entdeckt. Das Schiff war seetüchtig, die Ladung intakt. Bis heute ist ungeklärt, warum die Crew das Schiff verließ – der Fall zählt zu den bekanntesten ungelösten Rätseln der Schifffahrtsgeschichte.
300 Jahre alter Sherry im Wrack der Warwick entdeckt
Eine Entdeckung, die Historiker und Kenner zugleich verblüfft: Im Wrack des englischen Kriegsschiffes Warwick fanden Taucher mehrere außergewöhnlich gut erhaltene Flaschen eines längst vergessenen Cream Sherrys aus Jerez.
Eine der im Wrack der Warwick geborgenen Sherry-Flaschen.
Ein Schatz im kalten Atlantik
Die Flaschen lagen rund 300 Jahre lang unberührt auf dem Meeresboden. Die Temperatur von konstant etwa sieben Grad und der luftdichte Verschluss schufen nahezu ideale Bedingungen, unter denen der Sherry außergewöhnlich gut reifen konnte.
Wracktaucher Teddy Tucker bestätigte, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den vielleicht ältesten ungeöffneten Sherry der Welt handelt. Bei seinen Untersuchungen im trüben Wasser zwischen den morsch gewordenen Spanten der Warwick stieß er auf mehrere unversehrte Glasflaschen – ein Fund, der selbst erfahrene Spezialisten überrascht hat.
„Ein sensationeller Fund. Geschmacklich erinnert er an einen Cream Sherry. Das ursprüngliche Herstellungsverfahren ist jedoch über die Jahrhunderte verloren gegangen.“
Eine verlorene Tradition
Der geborgene Sherry wurde einem ausgewählten Publikum präsentiert – ausgestellt in einem wassergefüllten Glaszylinder, damit der antike Korken feucht bleibt und nicht zerfällt. Kenner, die die einmalige Kostprobe genießen durften, berichteten einstimmig: Der Geschmack habe alle Erwartungen übertroffen.
Für die traditionsreiche, aber wirtschaftlich angeschlagene Bodegas Tio Mateo in Jerez könnte dieser Fund ein Hoffnungsschimmer sein. Ein Expertenteam wurde nach Andalusien entsandt, um das verschollene Herstellungsverfahren dieses außergewöhnlichen Cream Sherrys zu rekonstruieren.
Die Geschichte der Warwick und die Entdeckung ihres Sherrys erinnern daran, dass in den Wracks rund um die Bermudas noch immer Geheimnisse schlummern – manche von ihnen warten vielleicht noch darauf, wie dieser Sherry eines Tages wieder ans Licht zu kommen.
Sherry-Sequenz der Warwick
Merke dir die Reihenfolge, in der die Fässer aufleuchten — und tippe sie danach korrekt an.
🍷Cream Fass
🛢️Lager Fass
🌊Meeresfass
⭐Reserve Fass
Ausgezeichnet!
Du hast die komplette Sherry-Sequenz der Warwick gemeistert und dich damit für eine weitere Mission qualifiziert.
In Singapur warten geheime Bündnisse, alte Rituale und eine verborgene Macht auf dich. Tauche ein in die Schattenwelt der „Secret Society“ und stelle dich der nächsten Herausforderung.