Sie haben das Wrack lokalisiert, Spuren verfolgt und Mythen geprüft – jetzt spricht die Geschichte selbst.
1609 gerät die Sea Venture, Flaggschiff der London Company, in einen gewaltigen Hurrikan. Der Rumpf ist leck, das Schiff dem Untergang nahe – bis die Crew eine letzte Chance erkennt: die Riffe vor Bermuda.
Unter Sir George Somers wird das Schiff bewusst auf das Riff gesetzt. Der Rumpf bricht, doch alle rund 150 Menschen überleben. Aus den Resten der Sea Venture und dem Holz der Insel entstehen später Deliverance und Patience – die Schiffe, die Jamestown retten und Bermuda zur neuen Heimat machen.
Einige Überlebende bleiben. Einer von ihnen: Christopher Carter – Fischer, Siedler und später eine Schlüsselfigur der Legenden um Bermudas verborgene Schätze.
Die auf dem Riff gestrandete Sea Venture wird ausgeschlachtet: Segel, Holz, Metall, Waffen – alles, was sich nutzen lässt, wird geborgen und in der neuen Kolonie verbaut. Teile des Materials, darunter Kanonen, werden ab 1612 zur Sicherung der jungen Siedlung eingesetzt.
Jahrhunderte später untersuchen Taucher und Forscher die Überreste vor Bermuda, tatsächlich wurde sie entdeckt an dem von Carter in der Seekarte mit 'Schiff 3' markierten Standort: verstreute Wrackteile, Metallfragmente, Keramik und Ausrüstungsreste – Spuren eines Schiffes, das Geschichte geschrieben hat. Christopher Carter, einer der ersten permanenten Bewohner Bermudas, bleibt als Figur zwischen belegter Biografie und wachgehaltener Legende im Zentrum dieser Geschichten.
Der berühmte Schatzsucher Teddy Tucker wird oft mit Gold und Edelmetallen in Verbindung gebracht. Sein tatsächlicher Schatzfund – Gold und kostbare Stücke – stammt jedoch, nach seinen eigenen Angaben, aus dem Wrack der spanischen Galeone San Pedro, nicht aus der Sea Venture.
Für die Sea Venture gilt bis heute:
Die Golddukaten, von denen die Legenden erzählen, haben die Sea Venture in der gesicherten Quellenlage nie nachweislich verlassen. Sie bleiben Teil des Mythos, nicht der Fundgeschichte.